Gnadenhof Bottyan Equus

Lebensrettung für ungarische Graugänse

Im August 2011 erreichte den Verein PFOTENHILFE eine dringender Hilfsaufruf von unserer Partnerorganisation VIER PFOTEN.  Bei einer Recherche stieß VIER PFOTEN auf eine Gänsefarm in Ostungarn, wo Graugänse für die Stopfleberproduktion aufgezogen wurden.

Gänsen droht in der Stopfmast ein grausames Schicksal. Sobald Gänse ein Alter von neun Wochen erreicht haben, werden sie in enge Käfige gepfercht und während eines Zeitraums von drei Wochen täglich drei Mal gewaltsam mit bis zu 850 Gramm Mais zwangsgestopft. Das entspricht beim Menschen etwa 12 Kilo Nudeln! Die krankhaft vergrößerte Leber verfettet, stirbt langsam ab und erdrückt langsam die umliegende Organe des Tieres. Die Folgen sind Atemnot, Fieber, Durchfall. Viele der Gänse überleben die Prozedur nicht bis zur Schlachtung und verenden an Herzinfarkt, Hitzeschlag, Leberversagen oder ersticken. Diese Fettleber wird in der Gastronomie beschönigend als Foie Gras oder einfach nur Gänseleber bezeichnet.

VIER PFOTEN konnte den Besitzer der Farm dazu überreden, dass die Jungtiere nicht in der Stopfmast enden, und er erklärte sich bereit, aus der Stopfleber-Produktion auszusteigen.  Um die Graugänse vor der Schlachtung zu retten, wurde eine neue artgemäße Unterbringung gesucht.  Der Verein PFOTENHILFE hat sich sofort dazu entschlossen zu helfen.

Für 180  der Graugänse konnte eine Unterbringung auf dem Gnadenhof der ungarischen Stiftung Bottyán Equus Hungária gefunden werden, wo sie ein sorgenfreies, und vor allem freies Leben bis zu ihrem natürlichen Tod führen können.  Für die artgemäße Unterbringung der Tiere muss ein Gehege für die Gänse gebaut werden.  Der Verein PFOTENHILFE übernimmt dafür die Finanzierung und unterstützt Bottyán Equus Hungária auch in Zukunft bei den Lebenserhaltungskosten wie Fütterung und medizinische Versorgung der Tiere.

Bei Bottyan Equus können sich die Gänse nun in einem großzügigen Areal freibewegen und werden liebevoll vom  Team Vorort  betreut. Sie genießen es die neue Umgebung zu erkunden und man merkt richtig, wie sie täglich neugieriger werden und jeden Besucher mit einem freundlichen Schnattern begrüßen.